Was früher mal währte

(Original: Woher auch immer der Wind weht [Axel Prahl, Jonas Nay], Musik: Jakob Ilja / Neuer Text: Andreas Scheffler)

Karl-Sven hat vor kurzem das N-Wort gesagt;
und das auch noch rein maskulin.
Nun sitzt, auch wenn vieles dafür sprechen tat,
für ihn keine Beförderung drin.

Auch die M-Wort-Straße ist schwer im Gespräch,
da hört es für viele dann auf.
Dann steht in der Zeitung, du kannst mich mal und ihr mich auch.

 

In der Oper lief heuer der Z-Wort-Baron.
Das wurd‘ höchst kontrovers diskutiert.
Auch bei Maischberger, Illner und Lanz wurde schon
sich bis zum Geht-nicht-mehr echauffiert.

Die Bühne war doch schon immer der Ort,
der vor Provokationen erbebt.
Mensch, der Schlingensief hätte das wirklich noch gerne erlebt!

 

Man wird, und frau auch, doch erst richtig gehört,
ist der Auftritt hoch-emotional.
Ja, betroffen, verletzt und auf’s Schärfste empört
Ist die Aufmerksamkeit optimal.

Gelassenheit wäre die bessere Wahl
Und dass man einander vergibt.
Denn das, was man verbietet, ist immer besonders beliebt.

 

Der Eidam, der Oheim, die ham’s schon getan,
die Fisematenten bald auch.
Die Evolution geht von selber voran.
So war’s schon immer der Brauch.

Was in unsern Köpfen entbehrenswert ist,
das stirbt auch aus, ist doch klar.
Denn :]was früher mal währte ist heute schon längst nicht mehr wahr.[:

(C) Andreas Scheffler, Juli 2021

Andreas Scheffler: Was früher mal währte

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